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Im September reiste der Arbeitskreis „Archiv“ für eine Woche auf Seminarreise nach Oberitalien. Anlass dieser Reise war eine für 2015 geplante Ausstellung „ Italien in unserer Region 1940-1945“ (so der vorläufige Arbeitstitel). Bisher haben die Mitglieder des Arbeitskreises zu diesem Thema in unserer Region schon zahlreiche Materialien zusammengetragen. Mit dieser - von Ingrid Schäfer vorbereiteten Reise - wollten sie auch in Oberitalien auf Spurensuche gehen. Die Gruppe fuhr nach Carpi (in der Nähe von Modena) um das eindrucksvolle „Museo Monumento al Deportato“ zu besuchen und anschließend in das nur sechs km entfernte Fossoli. Dort unterhielten die Nationalsozialisten von 1943-1945 ein Durchgangslager, aus dem jüdische Menschen und politisch Verfolgte in die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen deportiert wurden. In Saló, an der westlichen Seite des Gardasees, informierte sich die Gruppe über die „Republik von Salo“ und die Kriegsgüterproduktion, die die italienischen und deutschen Faschisten in den Jahren 1944/45 in den Straßentunneln dort betrieb. Eine weitere Station war Bassano del Grappa. Hier wurden im September 1944 von den Deutschen 31 Widerstandskämpfer an den Bäumen entlang der Prachtstraße von Bassano del Grappa erhängt. An den Bäumen sind Gedenktafelnangebracht, die an die Ermordeten erinnern. In Costermano, oberhalb von Garda, besuchte die Gruppe den großen deutschen Soldatenfriedhof. Der Besuch von Sant Anna di Stazzema in der Nähe von Livorno ist den Reisenden nachhaltig in Erinnerung geblieben. Es ist ein kleines Dorf, in dem die Häuser weit verstreut an den Berghängen liegen. Im August 1944 wurden in einem Massaker der SS 560 Menschen brutal umgebracht; überwiegend Frauen und Kinder. Enio Mancini, der das Massaker als Kind überlebt hatte, führte die Gruppe zu den einzelnen Weilern und erzählte eindrucksvoll von diesem grauenhaften Ereignis. |
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